Sonntag, 14. November 2010

Homemade Hillbilly Jam

Wer kennt nicht das Klischee des Hillbilly aus den Südstaaten und den abgelegenen Berggebieten der USA: Musik von Hinterwäldlern für Hinterwäldler? Doch was ist eigentlich dran an diesen Klischees? Eine vage Vorstellung vermittelt die Musikdokumentation "Homemade Hillbilly Jam", die uns mitnimmt in die Ozark Mountains im tiefsten Arkansas. Eine schöne und interessante Reise, denn so wie hier haben wohl nur Wenige bislang die USA gesehen oder auch gehört. Dabei wird dann zwar die Klischeefrage nicht direkt beantwortet, doch immerhin zeigt der Film, wie ein Hillbillymusiker lebt und wie es ist, ein "moderner" Hillbilly zu sein.

Die Betonung liegt hier vor allem auf den verschiedenen Musikrichtungen, sei es nun ganz normaler Folk oder Gospel Folk – auf alles wird eingegangen, und immer exemplarisch dabei ist die amerikanische Band Big Smith mit ihren Songs, die sich zwischen ironischen, doch nie wirklich bösen Statements über den Glauben auf der einen und partytaugliche Tracks auf der anderen Seite bewegen. Gegründet wurde Big Smith von Sänger und Songschreiber Mark Bilyeu und seinen Cousins im Herzen der USA. Wir erleben Familienfeiern der Familie Bilyeu mit und es werden Szenen der unterschiedlichsten Auftritte gezeigt. Der Sound von Big Smith ist dabei jedoch immer unverkennbar, denn Hillbilly-Musik hat immer noch einen Hauch von irischem Folk.

Homemade Hillbilly Jam ist eine etwas andere Musik-Doku mit der etwas anderen Musik. Dank Epix können wir uns diese wirklich gut gemachte Dokumentation auch mit deutschen Untertiteln anschauen. Für jene Leute, die an Dokus allgemein und Musikdokus im besonderen Spaß haben, ist diese DVD auf jeden Fall eine Empfehlung.