Sonntag, 14. November 2010

Lady Vengeance

3 Jahre war die junge Geum-ja Lee im Gefängnis, für etwas, was sie gar nicht getan hat. Doch nun ist es endlich soweit, ihre Rache soll kommen. Alles hat sie genau geplant. Doch wird sie die Erlösung finden?

„Sympathy for Lady Vengeance“ - so lautet der englische Titel des Films und ist der 3. Teil der Rache-Trilogie von Chan-wook Park (richtiger: Park Chan-wook, da im asiatischen Raum der Nachname zuerst geschrieben wird). Wie schon bei „Oldboy“ verliert sich der Film irgendwann in Ungereimtheiten. Doch dieses Mal ist es nicht so schlimm. Der Film ist an sich gut, aber leider erinnert er durch seine Machart mehr an einen Film aus Frankreich a la „Die fabelhafte Welt der Amilie“. Der Unterschied ist nur, dass das Grundthema Rache und nicht Liebe ist. Aber die Erzählweise und auch die Optik des Films lassen darauf schließen, was Chan-wook Park zu diesem Film inspiriert hat.
Sehr gut gelungen ist der Soundtrack des Films.
Wie stellt sich hier nun die Rache dar? Wir wissen wer sich rächt, auch wofür und an wem. Doch die Frage ist, was passiert wenn die Rache voll übt ist? Darf man sich rächen an einer Person, weil sie etwas Schlimmes getan hat? Dürfen sich seine Opfer an Ihm rächen? Diese Fragen stellt der Film und das ist sein Vorteil gegenüber „Oldboy“. Diesmal gibt es keine dumme banale Rache. Vielmehr kann der Zuschauer alles nachvollziehen. So kann man schon parteiisch werden. Dies war bei „Sympathy for Mr. Vengeance“ noch nicht möglich, da man dort einfach beide Parteien gesehen hat und ganz ohne Wertung ihre Racheakte gezeigt wurden. Doch hier kann man als Zuschauer den Grund der Rache verstehen. Vielleicht denkt man auch drüber nach, ob man nicht auch so handeln würde.

„Lady Vengeance“ - das Finale der Rache-Trilogie. Chan-Wook Park schließt damit ab. Wieder einmal bekommt der Zuschauer Rache in einem neuem Standpunkt gezeigt. Gutes Asia-Kino. Wunderschön gefilmt und trotzdem bitterböse.