Sonntag, 14. November 2010

Seed

Der Serienmörder Max Seed soll hingerichtet werden; doch ganz so einfach ist dieser nicht tot zu kriegen. Zweimal kommt er auf den elektrischen Stuhl und zweimal überlebt er. Das ist der Polizei zu langwidrig. Nach dem zweiten Versuch packen sie ihn, stecken ihn in einen Sarg und begraben ihn bei lebendigem Leibe. Doch auch aus diesem Gefängnis kann er sich befreien, und nun sinnt er auf Rache…

"Seed" ist seit langem Uwe Bolls erster Film, der kein Computerspiel als Vorlage hat. Oberflächlich gesehen, mag es ein Old-School-Slasher sein, doch in der Zeit der Torture-Porn-Gore-Filme stellt sich dieser Streifen, bei dem Boll sowohl Regisseur als auch Drehbuchautor ist, definitiv als etwas anderes dar. Gefilmt wurde im Dokumentationsstil; die Kamera bewegt sich und steht immer so, als ob wir heimlich dabei zuschauen, – und wir sollen uns schlecht fühlen, nachdenken über das, was wir sehen. Der Film will uns zeigen, wie grausam wir Menschen sind, egal ob wir zu den guten oder zu den bösen gehören. So beginnt er mit Szenen, die von Peta stammen, in welchen Tiere gefoltert und gehäutet werden. Harter Tobak, die Grundstimmung im Film ist sehr düster. Das Ungewöhnliche an ihm ist das Unparteiischsein, wir müssen selbst entscheiden, auf welcher Seite wir stehen, denn keine kommt hier gut weg. Seed ist der grausame Killer, über den wir zwar einiges erfahren, jedoch nicht, was ihn zum Mörder gemacht hat. Die Polizei, die ihn jagt und hinrichten will, handelt auf ihre Art und Weise unmenschlich und grausam. Der Henker will Seed nicht auf dem elektrischen Stuhl sehen, weil dieser alt ist und daher noch mehr Schmerzen zufügen kann, der Polizeichef hingegen will es so. Menschlichkeit und Gerechtigkeit scheinen in der Welt des Films nur noch oberflächlich zu bestehen. Am Ende ist man geschockt und muss bezüglich der Handlungen, die hier gezeigt wurden, erst mal schlucken.

"Seed" ist nach "Postal" der zweite Film von Uwe Boll, der wirklich gut geworden ist, bis jetzt Bolls Meisterwerk: ein Statement über Menschlichkeit, in einem düsteren Horrorfilm verpackt, der leider in Deutschland gewaltig Federn lassen musste: (http://www.schnittberichte.com/schnittbericht.php?ID=3240796).